Gerettet – Fl√ľchtlinge in Frohnhausen – Handballer handelten!

Lokalkompass berichtet √ľber Engagement des SC Ph√∂nix

Diese Geschichte ist kein Thriller. Oder? Doch f√ľr 59 Fl√ľchtlinge, teilweise tausende Kilometer gereist, ist Essen-Frohnhausen seit Juli die Oase. Sie wohnen seit Wochen im ehemaligen Handballleistungszentrum Raumerstra√üe. Auch Kinder. Die freuen sich immer auf mittwochs. Denn im Geb√§ude gegen√ľber treffen sich dann nachmittags junge Sportler. Ruck zuck ‚Äď ohne viele Worte, schritten die zur Tat‚Ķ Sascha Mielewczyk, Jugendwart SC Ph√∂nix Essen, trainiert die Handball E-Jugend. „Nachdem ich erfuhr, dass die Verantwortlichen im Essener Rathaus das Handballleistungszentrum f√ľr die Unterbringung von Fl√ľchtlingen ben√∂tigt, entschloss ich mich, dieser Unterkunft einen „Besuch“ abzustatten. Da ich in der benachbarten Sporthalle die Handball E-Jugend trainiere, wollte ich den Fl√ľchtlingskindern die M√∂glichkeit bieten, mit uns zu trainieren.“ So unkompliziert sind Sportler. Denn seit ein paar Wochen trainieren jetzt regelm√§√üig eine Handvoll Fl√ľchtlingskinder mit, oft auch mehr. „Unsere Spieler im Verein nahmen die Neuank√∂mmlinge jedenfalls sehr gut auf. Tusem Essen spendete einige Trikots. Die Verst√§ndigung wird von Woche zu Woche besser.

Der Umgang der Kinder untereinander zeigt mir in jeder Trainingseinheit, wie man ohne Vorurteile und Ber√ľhrungsangst mit dieser f√ľr alle neue Situation umgehen kann. Ein „Aber“ gibt es in unserer Mannschaft nicht. Darauf bin ich sehr stolz.“ Mit Recht. Sport zieht an. Immer wieder kommen w√§hrend des Spiels Fl√ľchtlingskinder leise in die Halle, lugen vorsichtig rein. Auch ein Albaner, Vater von drei Kindern. Die J√ľngste schiebt stolz ihren leeren Puppenwagen vor sich. Ein Foto? Der Vater ist bereit. Die Kleinere auch. Doch als die √§ltere Tochter die Kamera sieht, rennt sie √§ngstlich weg‚Ķ Sonja Ravagni, Caritas-Einrichtungsbetreuerin, best√§tigt: „Wir haben in der Raumerstra√üe 61, Fl√ľchtlinge u. a. aus Syrien, Irak, Iran, Albanien, Kosovo, Serbien. Das Haus ist wie eine Jugendherberge aufgeteilt. Mit Vollverpflegung. Hier wohnten fr√ľher die Jugendlichen vom Handballleistungszentrum.“ Wie lange bleiben die Asylanten in Frohnhausen? „Das wei√ü keiner so genau. Sie stehen alle im Verfahren. Viele engagieren sich hier ehrenamtlich. Es werden t√§glich mehr“, best√§tigt Kristin Heinrichs. „Leute kommen mit Spenden vorbei. Fragen, wie sie helfen k√∂nnen.“ Samet Diljaj, Caritas-Einrichtungsbetreuer, geb√ľrtiger Jugoslawe, ist ein wahres Juwel f√ľr alle mit seiner Viel-Sprachenkenntnis. Somit Dolmetscher an allen Fronten. Ihre Gesichter strahlen. „Wir freuen uns, dass in Frohnhausen alles so gut angenommen wird. Erhalten starke Unterst√ľtzung von der Caritas, denn wir m√∂chten, dass es den Fl√ľchtlingen hier gut geht. Unsere Bitte: Spenden bitte in der Kleiderkammer, St. Elisabeth, abgeben.“

Klar – sie suchen immer Menschen, die ehrenamtlich Spa√ü haben, den Neuank√∂mmlingen den Arzt, die Apotheke, Schulen, Kinderg√§rten und mehr von Essen zu zeigen. Achtung: Als einige Helferinnen h√∂ren, dass die Ehrenamtlichen in Frohnhausen t√§glich mehr werden, schlagen sie vor: Wenn man f√ľr 59 Fl√ľchtlinge 59 Ehrenamtliche zusammen bek√§me, k√∂nnte jede Person als Pate fungieren; sich vielleicht ein, zwei Stunden intensiv um die Person k√ľmmern. Damit sie nicht mehr sprachlos, fremd bleiben!
Quelle: Lokalkompass.de